Ätherische Öle

Am Anfang fand ich das ziemlich spooky.

Kennengelernt habe ich ätherische Öle durch meine Frau Annika. Mein erster Gedanke: Das gehört in die Esoterik-Ecke.

Heute nutze ich sie jeden Tag — und kann Dir erklären, warum das nichts mit Glauben zu tun hat.

Chemie statt Glaube Qualität zuerst Keine Heilversprechen
Christof Twickler riecht an seinen Händen vor einem Zitrusbaum

Wichtig, bevor Du weiterliest

Alles, was ich auf dieser Seite über ätherische Öle sage, gilt ausschließlich für Öle von herausragender Qualität. Der Markt ist voll von Produkten, die genauso heißen, aber etwas anderes sind. Woran Du den Unterschied erkennst, steht weiter unten.

Christof Twickler trinkt ein Glas Wasser im Garten

Wie ich dazu kam

Erst skeptisch. Dann neugierig.

Annika hat mit den Ölen angefangen, lange bevor ich mich dafür interessiert habe. Ich fand das ehrlich gesagt etwas spooky: Fläschchen, Düfte, große Worte. Für einen Ernährungswissenschaftler klang das nach Esoterik.

Dann kamen kleine Impulse. Eine Nackenmassage mit einem Öl, nach der ich mich schnell wieder beweglicher gefühlt habe. Wasser, das mit einem Tropfen Zitrone plötzlich besser geschmeckt hat. Nichts Spektakuläres, aber genug, um neugierig zu werden.

Also habe ich getan, was ich gelernt habe: Ich habe mich hingesetzt und mich mit der Wissenschaft dahinter beschäftigt. Schnell war klar: Niemand muss an ätherische Öle glauben. Ihre Inhaltsstoffe tun, was sie tun — ob man daran glaubt oder nicht.

„Es hat nichts mit Glauben zu tun. Es ist reine Biochemie.“

Was in der Flasche ist

Keine Magie. Pflanzenchemie.

Ein ätherisches Öl ist ein Gemisch aus flüchtigen Pflanzenstoffen — oft zwanzig bis sechzig Einzelkomponenten in sehr unterschiedlichen Konzentrationen. Terpene, Alkohole, Ester, Phenole: Stoffe, die man messen, benennen und vergleichen kann. Genau deshalb lässt sich Qualität auch prüfen.

Riechen

Im Diffuser, auf einem Tuch oder direkt aus der Flasche. Der schnellste Weg: Der Duft ist da, bevor Du darüber nachdenkst.

Auftragen

Verdünnt in einem fetten Pflanzenöl, als Massage oder in der Pflege. Verdünnen gehört bei den meisten Ölen dazu, erst recht bei empfindlicher Haut und bei Kindern.

Einnehmen

Nur mit Ölen, die ausdrücklich als Lebensmittel zugelassen sind: im Wasser oder in der Küche, sparsam dosiert. Ein Tropfen ist oft schon viel.

Mein Alltag mit Ölen

Fünf Momente, in denen ich zur Flasche greife

Kein Ritual, kein Regelwerk. So sieht das bei mir an einem ganz normalen Tag aus.

Morgens

Der Tag beginnt mit Zitrone

Ein Tropfen Zitrone im ersten Glas Wasser, über den Tag auch andere Zitrusöle. Das Wasser schmeckt einfach besser — und ich trinke mehr davon.

Pflege

Mein Bartöl mische ich selbst

In meiner Pflegeroutine stecken mehrere Öle. Mein Bartöl ist eine Mischung aus verschiedenen Ölen, meistens ganz nach Gefühl.

Küche

Das Gewürzregal mit Tropfen

Ich koche leidenschaftlich gern. Oregano, Thymian, Rosmarin, Ingwer und rosa Pfeffer stehen bei mir auch als Öl bereit. Oft reicht ein Zahnstocher, den ich kurz eintauche.

Kleine Helfer

Wenn es mal spannt oder kneift

Pfefferminze, eine wohltuende Mischung, Teebaum und Lavendel habe ich immer griffbereit — für die kleinen Momente im Alltag. Für alles, was darüber hinausgeht, gibt es Ärztinnen und Ärzte.

Abends

Einfach mal den Kopf ausmachen

Lavendel und holzige Öle. Eine Mischung, die nach Waldbaden riecht: erdend, ruhig, ein Stück innerer Frieden am Ende des Tages.

Qualität

Der Markt ist völlig unreguliert. Darum zählt, wem Du vertraust.

Das ist der wichtigste Abschnitt auf dieser Seite. Für ätherische Öle gibt es keine geschützte Qualitätsstufe. Begriffe wie „naturrein“ oder „100 % natürlich“ sind nicht geschützt, und ein Bio-Siegel sagt etwas über den Anbau — aber nichts darüber, was am Ende in der Flasche ist.

Dazu kommt: Viele Öle wechseln auf dem Weg vom Feld bis ins Regal mehrfach den Besitzer. Wer am Ende abfüllt, weiß oft selbst nicht genau, was er abfüllt. Gestreckt wird mit billigeren Ölen, mit synthetischen Duftstoffen oder mit fettem Pflanzenöl — und gerade Letzteres ist mit Standardanalysen schwer zu erkennen.

Deshalb ist mein wichtigster Rat: Such Dir eine gute Begleitung. Jemanden, der Dir sagen kann, woher ein Öl kommt und wie es geprüft wurde.

Kleines Probenfläschchen mit ätherischem Öl zwischen zwei Fingern vor blauem Himmel

Mein Tipp für den Einkauf

Dreh die Flasche um. Kein Warnsymbol? Gutes Zeichen.

Ein Öl ohne Gefahrensymbol ist für mich das hochwertigere Öl. Sein Hersteller verantwortet es als Lebensmittel oder Kosmetik, statt es als Chemikalie zu verkaufen.

Woran ich Qualität festmache

Herkunft aus erster Hand

Der Hersteller, mit dem ich arbeite, produziert alle seine Öle selbst und destilliert sie in den Ländern, in denen die Pflanzen wachsen. Keine anonyme Handelskette dazwischen.

Kein Warnsymbol auf der Flasche

Gefahrensymbole zeigen, dass ein Öl nach Chemikalienrecht verkauft wird. Ein Öl ohne Warnsymbol wird in aller Regel als Lebensmittel oder Kosmetik verkauft — mit allem, wofür der Hersteller dann geradestehen muss. Ich greife deshalb zu Ölen ohne Warnsymbol.

Für innen zugelassen, wo es Sinn ergibt

Ein gutes Zeichen ist, wenn ein Öl dort, wo es sinnvoll ist, auch für die innere Anwendung zugelassen ist. Darf ein kaltgepresstes Zitronenschalenöl nicht ins Wasser, frage ich mich, wie sehr der Hersteller seinem eigenen Produkt vertraut.

Noch einmal, weil es so wichtig ist

Alles, was ich hier beschreibe, bezieht sich nur auf ätherische Öle von herausragender Qualität. Auf Öle zweifelhafter Herkunft lässt sich nichts davon übertragen.

Dein Einstieg

Wie Du anfangen kannst

Ich drücke Dir keine Liste in die Hand. Wir schauen gemeinsam, was zu Deinem Alltag passt.

Ein Gespräch

Per Zoom, am Telefon oder persönlich. Dreißig Minuten, kostenlos. Du erzählst, ich höre zu und sage Dir, womit ich anfangen würde.

Ein Chat

Lieber schreiben als reden? Schick mir eine Nachricht, ich antworte Dir persönlich.

Direkt bestellen

Du weißt schon, was Du möchtest? Sag Bescheid, und ich schicke Dir einen Produktlink.

Quellen

Bakkali F. et al. (2008): Biological effects of essential oils – A review. Food and Chemical Toxicology 46(2), 446–475. doi:10.1016/j.fct.2007.09.106

Capetti F. et al. (2021): Adulteration of Essential Oils: A Multitask Issue for Quality Control. Molecules 26(18), 5610. doi:10.3390/molecules26185610

Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und beschreiben meine persönliche Anwendung. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Es werden keine Aussagen über die Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Krankheiten getroffen. In der Schwangerschaft, bei Kindern, Haustieren und Vorerkrankungen sprich bitte vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.