Verarbeitungsgrad statt Kalorien
Nicht wie viel, sondern wie weit weg vom Ursprung. Die NOVA-Klassifikation sortiert Lebensmittel genau danach, und diese Einteilung sagt mehr über ein Produkt aus als jede Nährwerttabelle auf der Vorderseite.
Meine Meinung zur Ernährung
Zwanzig Jahre Produktentwicklung in der Lebensmittelindustrie. Ich weiß, warum ein Produkt so schmeckt, wie es schmeckt, und was das kostet — nicht im Regal, sondern im Körper.
Was hier steht, ist meine Haltung. Belegbar, streitbar, und ohne Verbotsliste.
Der Ausgangspunkt
Auf der Vorderseite steht, was verkauft. Auf der Rückseite steht, was drin ist. Zwischen beiden liegt mein früherer Beruf.
Ich habe Rezepturen gebaut, in denen Zutaten nicht wegen ihres Nährwerts standen, sondern weil sie billig waren, stabil blieben oder ein Mundgefühl erzeugten, das Menschen dazu bringt, weiterzuessen. Das ist keine Verschwörung. Das ist Handwerk, und es funktioniert hervorragend.
Genau deshalb bin ich der Meinung: Wer versteht, wie diese Produkte gemacht werden, trifft andere Entscheidungen. Nicht aus Angst, sondern aus Kenntnis.
„Ein Produkt, das dreißig Zutaten braucht, um nach Erdbeere zu schmecken, hat mit Erdbeeren wenig zu tun.“
Was ich mit Clean Eating meine
Clean Eating ist zu einem Modewort geworden, hinter dem sich alles Mögliche versteckt. Für mich sind es drei Punkte — mehr nicht.
Nicht wie viel, sondern wie weit weg vom Ursprung. Die NOVA-Klassifikation sortiert Lebensmittel genau danach, und diese Einteilung sagt mehr über ein Produkt aus als jede Nährwerttabelle auf der Vorderseite.
Meine einfachste Faustregel: Wenn eine Zutat in Deiner Küche nicht vorkommen könnte, gehört sie in einem Alltagsprodukt auch nicht hinein. Das schließt Aromen, Stabilisatoren und Farbstoffe aus — und schließt Salz, Öl und Zucker ausdrücklich mit ein.
Ich esse Kuchen. Ich esse abends auch mal Pommes. Wer aus Ernährung eine Prüfung macht, die man bestehen oder durchfallen kann, hat sie schon verloren. Es geht um den Anteil, nicht um die Ausnahme.
Nicht weil morgens etwas Magisches passiert, sondern weil eine Mahlzeit, die satt macht, die nächsten Entscheidungen leichter macht.
Echtes Essen
Keine Regeln zum Auswendiglernen. Das hier sind Gewohnheiten, die sich bei mir über Jahre eingeschliffen haben:
Der größte Teil meines Einkaufs hat keine Zutatenliste, weil er nur aus einer Zutat besteht.
Ich koche mehr, als ich aufmache. Das kostet Zeit, und die habe ich mir genommen.
Eiweiß und Ballaststoffe stehen bei mir in jeder Mahlzeit — die beiden Dinge, die in westlicher Ernährung am häufigsten fehlen.
Ich trinke Wasser, bevor ich Hunger für Durst halte.
Was ich nicht im Haus habe, esse ich abends auch nicht.
Der Einkauf
Zu Hause hast Du nur noch die Wahl zwischen dem, was Du mitgebracht hast. Das ist die unspektakulärste und wirksamste Erkenntnis aus sechs Jahren Umstellung.
Deshalb ist mein wichtigster Hebel nicht Disziplin am Abend, sondern eine halbe Stunde mehr Aufmerksamkeit beim Einkauf. Und ein Zettel.
Kostenlose Starthilfe
Und was stattdessen in meinen Einkaufswagen kommt. Mit Quellenangaben zu jeder einzelnen.
Nahrungsergänzung
Das ist der Punkt, an dem viele aussteigen — und ich verstehe warum. Die Branche hat sich ihren schlechten Ruf redlich verdient.
Trotzdem bleibe ich dabei: Ich nehme täglich Nahrungsergänzung. Nicht als Ersatz für Essen, sondern als Ergänzung dort, wo mein Essen realistisch nicht hinkommt. Nährstoffgehalte schwanken je nach Boden, Sorte, Erntezeitpunkt, Transportweg und Lagerung. Ein Apfel ist nicht gleich ein Apfel.
Was ich nicht mache: behaupten, dass irgendein Präparat etwas heilt, lindert oder verhindert. Das darf ich nicht, und ich will es auch nicht. Nahrungsergänzung ist ein Puffer, kein Heilmittel.
Grundversorgung statt Einzelstoff-Bingo: lieber ein durchdachtes Fundament als zwölf Fläschchen aus dem Internet.
Ich nehme nur, was ich auch dosieren und begründen kann.
Was bei mir wirkt, muss bei Dir nicht wirken. Deshalb rede ich lieber, bevor ich empfehle.
Woher ich das habe
Ist alles Verarbeitete schlecht?
Nein. Einfrieren, Mahlen, Fermentieren, Erhitzen — alles Verarbeitung, und alles seit Jahrtausenden sinnvoll. Es geht um hochverarbeitete Formulierungen: industriell zusammengesetzte Produkte aus isolierten Bestandteilen plus Aromen, Emulgatoren und Farbstoffen. Der Unterschied ist nicht „verarbeitet oder nicht“, sondern wie weit.
Muss ich jetzt alles wegwerfen?
Bitte nicht. Umstellungen, die mit einer Räumaktion beginnen, halten selten länger als drei Wochen. Sinnvoller: das ersetzen, was Du am häufigsten kaufst. Fünf Produkte, die jede Woche im Wagen liegen, bewegen mehr als dreißig, die Du zweimal im Jahr isst.
Brauche ich wirklich Nahrungsergänzung?
Das kann Dir niemand pauschal beantworten, ich auch nicht. Es hängt von Deinem Essen, Deinem Alltag und Deinem Blutbild ab. Was ich sagen kann: Ich nehme sie, ich weiß warum, und ich kann Dir erklären, worauf ich bei der Auswahl achte. Für eine belastbare Einschätzung Deiner Werte ist Dein Arzt zuständig.
Verdienst Du an Deinen Empfehlungen?
Ja. Ich bin selbständiger Vertriebspartner eines Herstellers für ätherische Öle und Nahrungsergänzung, und ich verdiene an Bestellungen, die über mich laufen. Ich sage das offen, weil Du wissen sollst, mit wem Du sprichst. Empfehlen werde ich Dir trotzdem nur, was ich selbst seit Jahren täglich nutze — und alles, was ich über Ernährung behaupte, kannst Du anhand der Quellen gegenprüfen.
Wo sind die Quellen?
In den Blogartikeln. Auf dieser Seite steht meine Haltung, dort steht die Begründung mit Studien, Reviews und Leitlinien — inklusive der Stellen, an denen die Datenlage dünn oder widersprüchlich ist. Wenn etwas nicht gut belegt ist, schreibe ich das dazu.
Der einfachste Anfang
Dreißig Minuten, kostenlos. Du erzählst, wie ein normaler Tag bei Dir aussieht, ich sage Dir, wo ich zuerst ansetzen würde. Ohne Ernährungsplan, ohne Verbotsliste, ohne dass Du danach etwas kaufen musst.
Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Es werden keine Aussagen über die Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Krankheiten getroffen.